Gegenüber dem Russischen Markt in Phnom Penh, zwischen Regalen voller Gewürzgläser, steht eine Reihe kleiner Schälchen auf dem Tisch. Zehn Stück. Daneben liegt ein Blatt Papier mit vier Spalten: Kampot, Kampong Thom, Mondulkiri, Ratanakiri. Vattana Kim lässt die Schälchen zunächst stehen. Zuerst nennt er die wichtigste Regel des Hauses. Probiert wird von mild nach scharf, in dieser Reihenfolge. Wer mit dem Feurigen anfängt, schmeckt vom Rest der Verkostung nichts mehr.
Verkostungen von Wein oder Gin kennen viele. Zehn Pfeffersorten nacheinander pur auf der Zunge, dazu Erklärungen zu Reifegrad, Ernte und Herkunft, sind seltener. Durch das Tasting führt das Team von La Plantation, einem Familienbetrieb, der im Süden Kambodschas Pfeffer anbaut. Wer einmal verstanden hat, was auf den Feldern rund um Kampot wächst, liest anschließend jede Speisekarte des Landes mit anderen Augen.