| Ländername | Königreich Kambodscha |
| Beste Reisezeit | Januar, Februar, November, Dezember |
| Fläche | 181.035 km2 |
| Hauptstadt | Phnom Penh |
| Bevölkerung | 17.423.880 |
| Sprache | Khmer |
| Staats-/Regierungsform | konstitutionelle Monarchie |
| Staatsoberhaupt | König: Norodom Sihamoni (vom Kronrat gewählt am 14.10.2004, gekrönt am 29.10.2004) |
| Regierungschef | Ministerpräsident Samdech Moha Borvor Thipadei Hun Manet, Cambodian People's Party (CPP); Amtsantritt: 22.08.2023 |
| Außenminister | Prak Sokhonn, CPP; Amtsantritt: 21.11.2024 |
| Währung | Kambodschanischer Riel |
| Zeitzone | UTC+7 |
| Reiseadapter | A, C, G |
| Kfz-Länderkennzeichen | K |
| ISO-3166 | KH, KHM |
| Internet-TLD | .kh |
| Landesvorwahl | +855 |
| Website | https://www.tourismcambodia.com/ |
| Reisepass & Visum | Notwendig |
| 802 | Jayavarman II. gründet die Khmer-Dynastie Angkor, die bis ins 15. Jh. herrscht |
| 1863 | Das Königreich Kambodscha wird Protektorat Frankreichs bis zur Unabhängigkeit 1953 |
| 1975 | Rote Khmer marschieren in Phnom Penh ein. Ca. 1,5 Mio. Menschen sterben während der Pol-Pot-Herrschaft |
| 1979–1989 | Vietnamesische Truppen besiegen die Roten Khmer und besetzen das Land |
| März 1992 | Beginn der UN-Mission mit 22 000 Soldaten (UNTAC) |
| 1998 | Nach Pol Pots Tod Amnestie der meisten Roten Khmer |
| 2009-2018 | Das Tribunal gegen die ehemaligen Anführer der Roten Khmer endet mit lebenslanger oder jahrzehntelanger Haft |
| 2023 | Ministerpräsident Hun Sen übergibt nach 38 Jahren das Amt an seinen Sohn Hun Manet |
| 2024 | Das New Yorker Metropolitan Museum gibt 14 gestohlene Khmer-Skulpturen zurück an Kambodscha. Sie waren von einem wegen Hehlerei verurteilten Kunsthändler erworben worden |
Charles De Gaulle Avenue | Siem Reap | Tel. 097 8 99 22 21 | aboutasiatravel.com
76–78 Street 214 | Rue Yougoslavie | Phnom Penh | Tel. 023 21 61 93 u. 21 63 81 | phnom-penh.diplo.de | auch für Österreicher
50 Street 334 | Boeung Kengkang 1 | Phnom Penh | Tel. 023 21 83 05 | eda.admin.ch
24-Std.-Bereitschaftsdienst der Deutschen Botschaft: Tel. 010 99 00 02
Polizei: Tel. 117, Feuerwehr: Tel. 118, Notarzt: Tel. 119
Internetzugang gibt es in der Hauptstadt und den Touristenzentren flächendeckend und fast überall kostenlos, selbst an Stränden und teils sogar in den (Schlaf-)Bussen (z. B. beim Mekong Express und Giant Ibis), aber sehr langsam, eine Prepaidkarte ist empfehlenswert.
Internationale Vorwahl nach Kambodscha: 00855; Vorwahl aus Kambodscha nach Deutschland: 001-49; nach Österreich: 001-43; in die Schweiz: 001-41
Aus Kambodscha: Am einfachsten ist internationales Telefonieren in Hotels (2–4 Euro/Min.) und Postämtern (ca. 1,50 Euro/Min.). Am günstigsten geht‘s mit dem eigenen Handy und einer kambodschanischen Prepaidcard (ab ca. 0,03 Euro/Min), z. B. mit der kostenlosen Smart Traveller SIM Free card (smart.com.kh) oder etwas teurer mit Metfone (metfone.com.kh).
Chinesisches Neujahr: zwei Wochen lang Drachentänze, Feuerwerk, Zeremonien. Viele Geschäfte sind zu.
Bonn Choul Chhnam Thmey: Zum Ende der Erntezeit Mitte April herrscht beim Khmer-Neujahr (Mondkalender) mindestens drei Tage lang Ausnahmezustand auf Landstraßen, in Hotels (früh buchen!) und Restaurants. Den Mönchen und Buddha werden Spenden dargebracht. Zum Dank gießen die Mönche eimerweise gesegnetes Wasser über die Gläubigen. Denn es ist auch die Zeit für eine gründliche (symbolische) Reinigung für Haus und Buddhastatuen.
Bon Visaka Bochea: Die Buddhisten gedenken landesweit der Geburt, der Erleuchtung und des Todestags Buddhas – ganz Angkor Wat leuchtet im Kerzenlicht der betenden Mönche.
Geburtstag des Königs (13.–15. Mai): Zum Geburtstag von König Norodom Sihamoni gibt es ein Feuerwerk am Flussufer in Phnom Penh (ebenso an seinem Krönungstag am 29. Oktober).
Bon Phchum Ben: Das wichtige dreitägige Ahnenfest dient dem Gedenken der Verstorbenen mit Gebeten und allerlei Gaben an die Geister.
Bon Om Touk (Phnom Penh): Bei dem dreitägigen Vollmondfest der wechselnden Strömungen, dem landesgrößten Festival, feiern Tausende das Ende der Regenzeit mit farbenprächtigen Bootsregatten und Feuerwerk, Hintergrund ist die sich umkehrende Strömung des Tonle-Sap-Flusses, der die Wassermassen des durch den Monsun angeschwollenen Mekong nicht mehr halten kann und rückwärts in den Tonle-Sap-See fließt.
| 1. Januar | Neujahr |
| 7. Januar | Befreiung Kambodschas von den Roten Khmer durch die Vietnamesen |
| 8. März | Internationaler Frauentag |
| 1. Mai | Tag der Arbeit |
| Mai | Visaka Bochea (Geburt, Erleuchtung, Todestag Buddhas) |
| 13.-15. Mai | König Norodom Sihamonis Geburtstag |
| 18. Juni | Königin Norodom Monineath Sihanouks Geburtstag |
| September | Bon Phchom Ben (Ahnenfest) |
| 24. September | Verfassungstag |
| 29. Oktober | Krönungstag |
| 31. Oktober | König Norodom Sihanouks Geburtstag (Königsvater) |
| 9. November | Nationalfeiertag (Unabhängigkeitstag) |
Die Königliche Staatseisenbahn fährt auf zwei Strecken in vergleichsweise modernen Züge mit Toiletten, Klimaanlage, Wlan und Elektroanschlüssen (220 V): von Phnom Penh nach Poi Pet an die thailändische Grenze (über Battambang, 8 Std.) und von Phnom Penh nach Sihanoukville (über Phnom Penh Airport, Takeo, Kampot, 5 Std.). Ab ca. 5 US$ | Reservierung Tel. 078 88 85 82 | Facebook: TRRCambodia, royalrailway.easybook.com
Reisebusse und Minibusse (oft sehr eng!) starten ab Phnom Penh täglich in alle Richtungen und bis über die Grenzen – am besten sind die Busse mit Wifi, Verpflegung und Schlafliegesitzen von Giant Ibis (giantibis.com), auch nach Bangkok und Saigon. Nichts für Zartbesaitete: Kim Seng fährt u. a. nach Mondulkiri (ca. 5 Std. | Facebook: kimsengexpress). Tickets sind in den Gästehäusern erhältlich und in Büros an der Riverside-Promenade in Phnom Penh, z. B. nahe Street 104, oder über 12go.asia und bookmebus.com. In allen Verkehrsmitteln gilt: nie ohne Pullover wegen der eiskalten Klimaanlagen. Von den Nachtbussen Siem Reap–Sihanoukville ist abzuraten (10–11 Std. Fahrt, hohe Unfallquote). Absolut zu empfehlen sind die Cambodia Post VIP Vans der kambodschanischen Post: Sie gelten als sicher, zuverlässig, komfortabel, pünktlich und sind trotz allem sehr günstig. Die 12-Sitzer fahren ab dem Zentralpostamt (10 US$ pro Strecke | Gepäck max. 15 kg, sonst Gebühr | cambodiapost.com.kh) in Phnom Penh nach Siem Reap und zurück.
Ein Gang über die Märkte verrät Aufschlussreiches über die Essgewohnheiten der Khmer: Heuschrecken am Spieß, geröstete Spinnen und Käfer, Eier von sauren Ameisen und Hühnerembryos direkt aus dem Ei. Aber keine Panik: Mit milden Currys, vietnamesischen Sommerrollen und französischem Baguette haben Nachbarn und Kolonialherren Kambodschas Küche aufs Köstlichste beeinflusst.
Reis und frischer Fisch sind für die Kambodschaner die Hauptnahrungsmittel. Zur Bereicherung der Speisekarte haben im Lauf der Jahrhunderte die Nachbarn beigetragen, vor allem die Thai mit hierzulande herzhaften, aber reichlich entschärften Currys, und die Chinesen mit der Nudelsuppe. Die Vietnamesen brachten ihre Frühlingsrollen und den Elefantenohrfisch mit süßsaurer Sauce. Die Kolonialherren hinterließen das Baguette (num pang) – etwa als Snack mit leckerer Füllung aus Eiern, Gurke oder Sardinen.
Die Kambodschaner schwören auf proteinreichen Fisch (trey) in allen Varianten: als Knabberzeug geräuchert oder getrocknet, gebraten oder gegrillt. Schon zum Frühstück essen viele Khmer num banh choc, eine Fischsuppe mit Reisnudeln, oder auch die Nudelsuppe kuy teav mit Rindfleisch, Huhn oder Schwein. Vegetarier bestellen kuy teav bun lai. Leider kommen die Nudelsuppen an den Landstraßen immer öfter als reine Instantsuppen aus der Tüte daher – ein Fast-Food-Trend aus China, der sich hoffentlich nicht fortsetzt.
Im Restaurant werden stets mehrere Speisen gleichzeitig serviert – je mehr Gäste, desto opulenter das Mahl. Beispielsweise bestellt man Fleisch oder Geflügel (in einfachen Lokalen meist mitsamt Knochen und Knorpeln), an Fluss und Küste reichlich frische Meeresfrüchte. Als Vorspeise eignen sich kleine Frühlingsrollen – aus weißem Reispapier (naim) oder gebraten (naim chaio), am Tisch selbst gefüllt z. B. mit Möhren und Pilzen.
Zu jedem Mahl gehört eine Suppe (samlor) wahlweise mit Hühner- (moan), Rind- (saich koa, sach ko) oder Schweinefleisch (saich chrouk). Salate haben nichts mit Kopfsalat und Co. zu tun, sondern mit rohem Rindfleisch und typischen Kräutern oder wie beim Salat aus grünen, unreifen Mangos mit geräucherten Fischstückchen oder winzigen getrockneten Garnelen.
Grundlage der Currys (kari) ist eine im Mörser zerstampfte Paste aus dem aromatischen Zitronengras, Chili, Knoblauch und Ingwer – im Wok gekocht mit Gemüse und Fleisch in Kokosmilch. Von der Farbe darf man nicht auf die Schärfe schließen. So ist das rote Curry z. B. mild und eher süß (für die Farbe verwendet man die roten mkak-Samen), außerdem gehört bei den Khmer die Süßkartoffel ins Curry. Weitere oft verwendete Gewürze: Koriander, Minze, Limettenblätter, Sternanis, Tamarinde, Tarowurzel. Sehr beliebt ist das Khmer Barbecue, bei dem Fleisch und Gemüse in einem Tontopf über glühender Holzkohle am Tisch im brodelnden Suppensud gegart werden – unbedingt einmal ausprobieren! Die Kambodschaner benutzen als zusätzliche Würze oft die berüchtigte salzige Fischpaste prahok – für westliche Gaumen ist sie eher gewöhnungsbedürftig, aber in den besseren Lokalen steht sie stets in einer milden Version auf dem Tisch. Übrigens: In Kambodscha isst man meist mit Löffel und Gabel. Nur zu Nudelsuppen kommen die Stäbchen mit Löffel zum Einsatz.
Sie sind echte Biokost, nachhaltig und gesund, weil eiweißreich und im Überfluss vorhanden. Selbst in reinen Touristenlokalen landen Insekten & Co. mittlerweile auf dem Teller, natürlich nur auf Bestellung: etwa die frittierten Taranteln im Romdeng in Phnom Penh, fürs Beweisselfie liebevoll auf dem Teller in Szene gesetzt. Bei den Einheimischen ist die Vorliebe für geröstete Spinnen, Heuschrecken, Wasserkäfer, Ameisen und ähnlich exotische Delikatessen kein neuer Trend, sondern hat wahrscheinlich ernste Wurzeln: Unter der Pol-Pot-Herrschaft haben solche Tierchen manchen Kambodschaner bei der Zwangsarbeit auf dem Feld schlicht vor dem Hungertod bewahrt. Manche Viecher schmecken sogar für westliche Gaumen: nach Popcorn, Salzstangen, Erdnüssen oder gar Hühnchen.
Selbst Süßigkeiten zaubern die Kambodschaner aus Reis: z. B. den mit Kokosmilch und Palmzucker gesüßten Klebreis mit schwarzen Bohnen, im Bambusrohr gebacken oder auch in Bananenblättern eingewickelt. Ebenso beliebte Snacks am Straßenrand sind die relativ harten, weil unreifen Mangos in Scheiben (sway). Weiche und saftige Mangos (sway tum) gibt es nur in der Saison (März bis Mai). Nicht zu vergessen all die exotischen Früchte wie die rot-stachlige Rambutan, die rosarote Drachenfrucht, die saftige Mangostane sowie Papaya, Ananas und kleine, süße Bananen.
Kaffee wird meist schwarz und stark oder mit einer gesüßten Kondensmilch serviert. Tee gibt es in vielen Lokalen gratis zum Essen. Fruchtsäfte (toek kalok) kann man jederzeit am Straßenrand genießen (am besten ohne Eigelb), ebenso frisch ausgepressten Zuckerrohrsaft, der in der Plastiktüte mit Strohhalm daherkommt. Achtung: Straßenstände mit Fanta-Flaschen verkaufen – Benzin! Zu den einheimischen Alkoholika gehören Angkor Beer und Palmwein (toek thnaout). In den Touristenzentren fließen Softdrinks, Weine, westliches Bier, Whiskeys – und nach Pizza oder Sushi muss hier auch niemand lange suchen. Angchean tchnang! Guten Appetit!
Trinkgeld ist bei Reiseleitern, Fahrern, Kellnern und Zimmerpersonal üblich (angemessen: etwa 0,5 US-Dollar bzw. 2000 Riel oder etwas mehr). Behinderten Bettlern (oft Minenopfer) kann man Geld geben, Kindern auf gar keinen Fall, da sie sonst nicht zur Schule gehen und es sich oft um organisierte Bettelei handelt. Nach Tempelzeremonien ist eine kleine Spende in dafür vorgesehene Behälter selbstverständlich (für alles gilt: ca. 1000 Riel/ca. 0,23 Euro).
Kambodschanische Seide gibt es in unterschiedlich feiner Qualität als modische Kleidung oder Sarongs, Kissenbezüge und Handtaschen. Den Produktionsprozess von Maulbeerbaum bis Webstuhl kannst du beim National Silk Center oder der Angkor Silk Farm bei Siem Reap besichtigen.
Der letzte Schrei: Recycling-Mode, etwa vom Kollektiv La Chhouk (Facebook: LaCHHOUKofficial), das quasi alles von den wachsenden Müllbergen Kambodschas wiederverwendet, von Styropor bis Plastikflaschen. Sehr kreativ, nachhaltig und trotzdem chic kommen z. B. ihre Apsara-Kostüme aus Reissäcken, Fischernetzen, CDs und Kronkorken daher. Nicht weniger originell sind Accessoires wie Handtaschen aus recycelten Tetra-Pak-Kartons oder Zementsäcken, etwa von Smateria (smateria.com) in Phnom Penh und Siem Reap.
Das klassische Kambodscha-Souvenir: Der krama-Schal, rot, blau oder schwarz kariert, ist aus reiner, handgewebter Baumwolle – ein Multitalent (ab 1 US$/3000 Riel), vielseitig einsetzbar auf staubigen Pisten, in eisgekühlten Restaurants, als Schulterbedeckung in der Pagode oder als Handtuch.
Was wären die Pariser Restaurants ohne den Pfeffer aus Kampot! Kulinarische Mitbringsel wie Gewürze und Honig, Kaffee und Tee, Cashewnüsse, Reiswein und Kokosnussöl sowie originelle Produkte aus der Zuckerpalme und Wasserhyazinthe – besonders auf den Märkten kommt man aus dem Schnüffeln, Kosten und Stöbern nicht mehr heraus.
Beliebtes, erschwingliches Kunsthandwerk sind Kopien der Apsara-Fresken, Statuen von Buddhas, Hindugöttern und alten Gottkönigen wie dem weise lächelnden Jayarvaman VII. meist aus Stein, Bronze oder Holz, wobei den Kunstwerken mit der Polychromie-Technik eine täuschend echte Patina verliehen wird. Werkstatttouren gibt es bei Artisans d‘Angkor (artisansdangkor.com) in Siem Reap. Beim Kauf der (vermeintlich echten) Antiquitäten solltest du mit dem Ladeninhaber die Ausfuhrerlaubnis des Fine Arts Departments in Phnom Penh klären und gegebenenfalls den Versand per Luftfracht!
Die Silberschmiede fertigen Ware höchster Qualität und Reinheit (angeblich 70–92 %, es gibt aber auch jede Menge gut gemachte Kopien): Schmuck und Buddhafiguren, aber auch Chopsticks und Besteck. Renner sind die kleinen silbernen Areka-Dosen in Tier- oder Obstform, die früher zur Aufbewahrung der Areka-Betelnüsse dienten. Wie wäre es mit einem tönenden Souvenirchen, das auch bei Khmer-Eltern sehr populär ist: die silbernen Fußkettchen für Babys, die Chang Krang Choeung, die das Kind beschützen sollen... Es wirkt: Mit dem Klingeling habt ihr euren Racker immer im Ohr.
... halb durchgeschimmert. Die Drucke von Angkor Wat und dem Ramayana- Mythos auf schwerem (Reis-)Papier sind praktische Mitbringsel: leicht zu transportieren, preiswert, wunderschön. Und das Beste: Die temple rubbings passen auch als Letztes immer noch in den Koffer! Gibt’s an vielen Orten, gratis etwa im Preah Norodom Sihanouk Angkor Museum.
| Nyoum trayong chaek | Bananenblüten-Salat mit Hühnchen, Zitronensauce, Thai-Basilikum und Erdnüssen |
| Plea (r) sach ko | Khmer-Carpaccio: rohe Rindfleischscheiben in Limettensaftmarinade mit Zitronengras, Koriander, Minze |
| Pahut trey chean | Frittierte Fischfiletbällchen mit Zitronengras und Dip |
| Amok | Fisch oder Huhn in Kokosmilch mit Knoblauch, Ingwer, Zitronengras, Chili in einem Körbchen aus Bananenblättern oder in einer Kokosnusshälfte |
| Lok lak | Rindfleisch mit Knoblauch und Zwiebeln in Limettenmarinade auf Salat |
| Chaa kdam meric kchai | Krabben mit dem weltbesten grünen Pfeffer |
| Chhnang phnom pleung | Khmer Barbeque: am Tisch im „Vulkan-Topf“ gegarter Fisch, Seafood, Rindfleisch, mit Gemüse und Glasnudeln |
| Sankhya lapov | Kokosmilch-Flan im Kürbis gebacken |
| Nom plae al | zuckersüße Klebreisbällchen mit Kokosraspeln |
| Krolan | Bambusröhren mit süßem Klebreis, schwarzen Bohnen und Kokosmilch |
| Kuy teav | Nudelsuppe mit Rind- oder Schweinefleisch, Fischbällchen und ganz viiiiiel Knoblauch |
| Samlor proher | Gemüsesuppe mit Süßkartoffeln und Kürbis |
Die blutroten Flecken „schmücken“ alle Straßen Asiens. Keine Sorge, hier hat niemand Blut gespuckt, sondern den roten Saft der Betelnuss (Areca catechu), eine Art Alltagsdroge oder Rauschmittel wie bei uns Kaffee oder Tabak. Oft sind Münder und Zähne älterer Kambodschaner tiefrot gefärbt. Die Betelnuss stammt von der Betelpalme, wird zu Pulver gemahlen und mit etwas gelöschtem Kalk in einem Betel-Blatt zerkaut. Der Geschmack ist leicht pfeffrig, die Reste werden ausgespuckt. Durchaus euphorisierend und angeblich sogar aphrodisierend, aber Montezumas Rache ist meist auch nicht weit.
Aus der Pagode dringen Gebete in gemurmeltem Pali. Frauen in weißer Kleidung und mit geschorenen Köpfen sitzen auf den verschränkten Beinen, die Hände vor der Brust gefaltet. Die Schwaden der Räucherstäbchen tragen ihre Gebete zum Erleuchteten, der vor 2500 Jahren seine Lehre in Nordindien verbreitete. Damit der Zyklus der Wiedergeburten irgendwann auch für sie im erlösenden Nirwana endet, versuchen die Gläubigen im Diesseits Buddhas Lehre zu befolgen: mit (Geld-)Spenden an das Kloster oder beim Sammelgang der Mönche, vor allem aber mit grenzenloser Geduld, Mitgefühl und Toleranz gegenüber allen Lebewesen. Auch Ahnenkult und Geisterglaube gehören zum kambodschanischen Buddhismus, so wie der hinduistische Brahmanismus, mit dem die Khmer-Könige in Angkor beim devaraja-Kult verehrt wurden. Viele junge Männer gehen zu Beginn der Monsunzeit als Novizen ins Kloster und praktizieren für einige Zeit die 227 teils asketischen Ordensregeln.
Die Tage des gemütlichen Dreiradgefährts Cyclo sind gezählt. Wie in Zeitlupe rollen sie durch das Verkehrschaos in Phnom Penh und scheinen wie Relikte aus längst vergangenen Zeiten. 1939 von den Franzosen eingeführt, werden die radelnden Cyclofahrer allmählich verdrängt von Mofas, Tuktuks und monströsen Geländewagen. Was haben sie nicht alles transportiert: mehrköpfige Familien, zappelnde Schweine und ganze Wohnungseinrichtungen. Damit dies hier kein Nachruf wird: Fahr mit dem Cyclo! Am besten mittags und in den Seitenstraßen oder in Angkor, sie sind relativ sicher und bieten Schatten und Schutz vor Regen.
Touristen und Elefanten in Asien – ein heikles Thema. Der Kontakt zu den domestizierten Elefanten ist zumeist sehr kommerzialisiert und ein lukratives Geschäft. In den vielen Elefanten-Camps und trendy „Sanctuaries“ reicht das Angebot von bloßer Interaktion beim Füttern und Streicheln über Shows mit „malenden“ Dickhäutern und Reitausflügen mit schweren Sitzbänken bis hin zu mehrtägigen Mahout-Kursen mit „Elefanten-Führerschein“. Die Grenze zwischen reinem Asyl bzw. Ruhesitz für alternde „Jumbos“ und reinem Kommerz mit Touristenbespaßung verläuft dabei fließend. Abzuraten ist von allen Zirkusprogrammen mit nicht artgerechten Kunststücken und dem Reiten auf schweren Eisengestellen (Siem Reap/ Angkor). Eine Trendwende ist spürbar: Reiseveranstalter streichen die Besuche von Shows o. Ä. mit Elefanten aus ihrem Programm, denn Reiten und Baden mit den tonnenschweren Wildtieren sind gefährlich – wer käme schon auf die Idee, einen Tiger zu reiten! – und gelten immer öfter als Tabu (Infos und Zahlen: airavata-cambodia.com bei Ratanakiri und elephantvalleyproject.org). Tierschutzorganisationen empfehlen heutzutage fast alle: kein persönlicher Kontakt oder Interaktion. Immerhin: Seit 2020 sind die Elefantenritte in Angkor auf den Phnom Bakheng verboten.
Das durch Kriege und Verminung lange isolierte Land besitzt wahre Naturschätze, die abgelegenen Regionen sollen noch bis zu mindestens der Hälfte mit Dschungel und Edelholzwäldern bedeckt sein. Allerdings ist der rasante Ausverkauf der Wälder durch illegalen Kahlschlag zugunsten von Plantagen für Cashewnüsse und Gummibäume in vollem Gang. Die ökologisch wichtigen Mangroven an der Küste sind bedroht durch Holzkohleproduktion und Shrimpsfarmen. In Kambodschas letzten Urwäldern haben seltene oder ausgestorben geglaubte Arten überlebt, etwa die Serau-Bergziegen, Braunhirsche, Schwarzbären und malaiische Sonnenbären, seltene Affenarten, Krokodile und Warane sowie das Nationaltier Kambodschas, das legendäre Kouprey-Wildrind. Sogar Leoparden und etwa 400–600 letzte wilde Elefanten sollen noch in den dichten Grenzwäldern herumstreifen, v. a. in Mondulkiris Wäldern und im Cardamom-Gebirge. Und im Mekong tummeln sich die letzten Süßwasserdelphine Kambodschas.
Norodom Sihamoni trat 2004 die Nachfolge seines 82-jährigen krebskranken Vaters an. Ausgebildet in Balletttanz und Filmwissenschaft, galt der Junggeselle und Schöngeist bis zu seiner Krönung im eigenen Land als unbekannt und politisch unbescholten, im Gegensatz zu seinen beiden Brüdern Ranariddh und Sirivudh. Sein Vater König Sihanouk war bis zu seinem Tod im Jahr 2012 dagegen eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. In wechselnden Allianzen spielte er mit auf der politischen Bühne und kannte alle bedeutenden Größen – de Gaulle und Nehru, Tito und Ceauşescu, Haile Selassie und Mao Tse Tung. Während des Vietnamkriegs stellte er sich gegen die USA und wurde 1970 bei einem von Washington unterstützten Putsch gestürzt. Sihanouk zog weiter die Fäden aus dem Exil in Peking und Pjöngjang; um wieder an die Macht zu kommen, paktierte er sogar mit den Roten Khmer. Filme, Bücher und sehr persönliche Notizen von Sihanouk: norodomsihanouk.info
Wenn Reach Uk ihren Arbeitsplatz im Wat Than in Phnom Penh erreicht hat, nimmt sie als Erstes ihr linkes Bein ab. „Ist bequemer so“, sagt die Kambodschanerin lächelnd. Dann schwingt sie sich hinter ihren Webstuhl. Reach Uk gehört zu den rund 40 000 Amputierten in Kambodscha.
Vor allem entlang der 700 km langen Grenze zu Thailand in den nordwestlichen Provinzen Battambang und Pursat legten Vietnamesen (ab 1979) und die Kambodschaner im Bürgerkrieg pro Kilometer 1000 bis 3000 Minen – der dichteste Minengürtel der Welt! Auch die unzähligen, nicht explodierten Blindgänger aus dem Vietnamkrieg (über Kambodscha und Laos warfen die USA mehr als 2 Mio. Tonnen Bomben ab) sind eine permanente Gefahr und töten noch immer Menschen, vor allem an der vietnamesischen Grenze im Osten. Rund 4000 kambodschanische Minenräumer arbeiten seit 1993 mit Detektoren, Schaufel und Pinsel, u. a. für das Cambodia Mine Action Center (CMAC). Teilweise wurden Tempel mithilfe deutscher Fachleute von Minen geräumt, etwa am Phnom Kulen und in Koh Ker. Die Zahl der Minenunfälle bei der Bevölkerung ist seit Mitte der 1990er-Jahre dank der Minenräumungen um rund 90 Prozent zurückgegangen.
„Essen“ heißt in Kambodscha wörtlich übersetzt „Reis essen“ (nyam bay). Nur mit dem extensiven Reisanbau und ihrer genialen Bewässerungstechnik konnten die Angkor-Könige ihr Imperium erhalten: Mit bis zu drei Ernten im Jahr ernährten sie 1 Mio. Untertanen (heute werden nur noch ein bis zwei Ernten erzielt wegen ineffektiver Bewässerung, veralteter Anbaumethoden bzw. Dürre). Das arbeitsintensive Süßkorngetreide bestimmt den Jahresrhythmus – nicht nur der Reisbauern – mit Legenden, dem Reisgott und Erntefesten. Vor der Aussaat müssen die Körner keimen, die Schösslinge werden mit der Hand als einzelne Halme in die nasse Erde gesteckt, wo sie bei stets gleichbleibendem Wasserstand reifen. Nach durchschnittlich drei bis sechs Monaten ist Ernte – in vielen Gegenden ist auch dies noch reine Handarbeit. Bevor der Reis in die Töpfe kommt, muss er noch geschält werden.
Aus dem Einsiedler Kambu und einer Apsara, der himmlischen Nymphe namens Mera, ging das göttliche Geschlecht der Könige „Kambujas“ hervor. Ihre Nachfolger schufen ab 802 Angkor unter Jayavarman II. „Es ist großartiger als alles, was uns die Griechen oder Römer hinterlassen haben“, schwärmte der asienreisende Naturkundler Henri Mouhot 1860 und fragte die Khmer nach den Erbauern der antiken Tempelstadt. Engel oder Riesen, vielleicht der Hindugott Indra, so lauteten die rätselhaften Antworten. Oder: Es habe sich von selbst erschaffen. Mouhot schließlich resümierte: „Welch ein trauriger Kontrast zu dem Barbarentum, in das die Nation heute abgestürzt ist.“ Lebenslust und Leid kennzeichnen die Historie der Khmer schon in den Reliefs von Angkor: Apsaras mit diesem unergründlichen Khmer-Lächeln, dem „sourire khmer“, neben Folterszenen und Kriegsgewirr. Überall kann man diesem Lächeln begegnen: im armseligen Fischerdorf, bei den Musikanten eines Gamelan-Orchesters oder bei der Geisterbeschwörung eines Schamanen. Und wenn die Kambodschaner erst ihre Feste feiern, wird das Khmer-Lächeln zum Strahlen, breit wie der Mekong, und die Goldzähne blitzen.
Kambodscha steckt mitten in einem starken wirtschaftlichen Wandel, der sich v. a. in den größeren Städten, in den abgelegenen Provinzen Ratanakiri und Mondulkiri sowie der Küstenregion zeigt: Mit „Entwicklungsgeldern“ zumeist aus China – größter Investor in Kambodscha – werden Mega-Bauprojekte im Eiltempo realisiert: riesige Küstenstraßen durch Mangrovengebiet, überdimensionierte Hotelklötze, disneyartige Vergnügungsparks auf Inseln und Kasino-Gigantomanie, sogar in Nationalparks. Ein Hintergrund ist die Ausbeutung der Ressourcen (z. B. Öl vor der Küste). Besonders Sihanoukville ist inzwischen fest in fernöstlicher Hand. Der einst verschlafene Fischerort besteht fast nur noch aus (halbfertigen) chinesischen Kasinos im Las-Vegas-Stil, aktuell über 400 Bauruinen. Die Entwicklung geht einher mit Landraub und illegalen Zwangsräumungen durch Großkonzerne, Immobilienspekulation, gekauften Staatsbürgerschaften sowie seit 2016 mit drastischer Zunahme von Korruption, Morden, Drogenhandel, Geldwäsche, Prostitution und Umweltverschmutzung. Nach Protesten der Stadtbewohner wurde Ende 2018 erstmals eine Task Force gegen illegale Machenschaften und die Triaden eingesetzt.
NGOs gehören zu Kambodscha wie der krama-Schal auf dem Kopf eines Reisbauern. Kaum ein anderes Land zieht mehr Hilfsorganisationen an, es gibt auch viel zu tun. In den Non-Profit-Restaurants bekommen Straßenkinder und Jugendliche aus unterprivilegierten Familien eine Chance, etwa im Sala Baï (Tonle Sap Road/Wat Svay | salabai.com) in Siem Reap. Auch in den beiden Ausbildungsrestaurants der Friends International (friends-international.org) bereiten Jugendliche kreative Tapas und typisch kambodschanische Gerichte zu, lernen, wie der perfekte Service funktioniert und wie man ein Lokal führt: im Friends Kitchen im Gebäude des kunterbunten Kulturprojekts F3 in Phnom Penh oder im gleichnamigen Lokal in Siem Reap (48 Street 9, nahe Pub Street). Beim etwas abgelegenen Rajana (61c Street 450 | Facebook: Rajana Crafts) kannst du stöbern in lauter recycelten Produkten, sogar schönen Schmuck aus Bombenresten und Munition gibt es hier, außerdem Schals, Kissen und andere Textilien.
Sosehr der Selfiespot auch lockt: Fotografierverbote und Absperrungen schützen das kulturelle Erbe Kambodschas. Eine sandsteinerne Apsara wird tausend Mal berührt – jeden Tag! –, was ihre tausendjährige Substanz beschädigt.
Respekt! Tempel in dem stark buddhistisch geprägten Land betritt man auf keinen Fall in Minirock, Trägerhemd oder Shorts (Frauen und Männer!), Schuhe aus, Hut ab. Mönche dürfen von Frauen nicht berührt werden.
Nachts sollte man, besonders als Frau, in Kambodscha nirgendwo allein spazieren gehen. Es ist sowieso stockduster mangels Straßenlaternen, und die Wachhunde – jede kambodschanische Familie besitzt mindestens einen! – sind angriffsfreudig.
Auch wenn die Kulleraugen noch so mitleiderregend sind: Bleib hart! Es handelt sich oft um organisierte Bettelei und ist der beste Weg in lebenslange Bettlerkarrieren. Spende lieber einer NGO, besuch ein Ausbildungsrestaurant für frühere Straßenkinder (wie Friends Kitchen in Phnom Penh) oder das Schulprojekt Honour Village Cambodia (honourvillage.org) in Siem Reap.
Bitte keine dummen Sprüche: Seit 2018 ist die Majestätsbeleidigung in Kambodscha strafbar. Es drohen Geld- oder Haftstrafen bis zu fünf Jahren, auch für Touristen.
Siehe
Busse, Eisenbahn, Boote und auch kambodschanische Fluggesellschaften verfügen - von Ausnahmen abgesehen - nicht über die in Deutschland üblichen Sicherheitsstandards.
Nebenstraßen sind oftmals in schlechtem Zustand. Von Fahrten mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad wird aus Gründen der Verkehrssicherheit abgeraten. Es besteht die Pflicht zum Tragen eines Helms. Fahrer von Motorradtaxis (Motodups) verfügen in der Regel nicht über Helme für ihre Fahrgäste.
Internet und Mobilfunknetz decken nicht alle Landesteile flächendeckend ab, insbesondere abgelegene Gegenden und kleinere Inseln haben zum großen Teil keinen Internetempfang.
Für deutsche Kurzzeittouristen (Visum der Kategorie T) in Kambodscha ist gemäß der Auskunft der zuständigen kambodschanischen Behörden der internationale Führerschein, der auf Grundlage des Genfer Abkommens über den Straßenverkehr von 1949 ausgestellt wird, ausreichend. Internationale Führerscheine, die gemäß Pariser Abkommen über Kraftfahrzeugverkehr von 1926 oder dem Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr von 1968 ausgestellt werden, werden nicht akzeptiert. Nur die im deutschen Führerschein erlaubten Fahrzeugklassen dürfen in Kambodscha gefahren werden. Die kambodschanischen Verkehrsregeln sind zu beachten.
Bei einer längeren Aufenthaltsdauer muss ein kambodschanischer Führerschein beantragt werden.
Das Land ist für den Tourismus offen; insbesondere der Kulturtourismus ist willkommen. Traditionen und buddhistische Werte sind lebendig, worauf bei Reisen Rücksicht genommen werden sollte.
Homosexuelle Handlungen sind weder verboten noch strafbar. In der kambodschanischen Gesellschaft, vor allem in der Hauptstadt Phnom Penh und unter der jungen Bevölkerung, ist eine zunehmende, wenn auch verdeckte Akzeptanz festzustellen.
Erwerb, Besitz, Verteilung sowie Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art werden in Kambodscha strafrechtlich verfolgt und streng bestraft. Auch die Mitnahme bzw. der Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann schwerwiegende strafrechtliche Folgen haben.
Die Nutzung von Drohnen ist in Phnom Penh, Angkor Wat und anderen historischen Tempelanlagen verboten. Für einige Gebiete kann eine Genehmigung erworben werden.
Das Verbot der Nutzung von Drohnen gilt besonders in der Umgebung administrativer oder militärischer Gebäude sowie in Flughafennähe. Verstöße wurden in den letzten Jahren mit einer hohen Geldbuße sowie mehrjährigen Haftstrafen unter dem Vorwurf der Spionage geahndet.
Die Entwendung von Kulturgütern, dazu gehören auch beschädigte Teile von Tempeln und Statuen, ist streng verboten und wird mit drastischen Geld- oder Haftstrafen belegt.
Der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen wird in Kambodscha hart bestraft und in Deutschland zusätzlich strafrechtlich verfolgt, auch wenn die Tat in Kambodscha begangen wurde. Geschlechtsverkehr mit Personen unter 18 Jahren, auch mit deren Einverständnis, ist strafbar. Gewissheit über das Alter des Partners oder der Partnerin ist selbst dann schwer zu erlangen, wenn man sich einen Ausweis zeigen lässt, da diese häufig gefälscht sind.
Oft kann nicht mit einem Verfahren gerechnet werden, das einem rechtsstaatlichen Standard genügt (sehr lange Untersuchungshaft, teure und unzureichende anwaltliche Verteidigung, harte Haftbedingungen mit schwersten Gefahren und Schäden für die Gesundheit).
Kambodscha ist eine konstitutionelle Monarchie. Das Königshaus genießt besonderen Respekt. Abfällige oder kritische Bemerkungen - auch in den sozialen Medien - können als Majestätsbeleidigung aufgefasst werden. Dies steht seit 2018 unter Strafe. Verstöße werden mit einer ein- bis fünfjährigen Haftstrafe und Geldbußen zwischen 500 und 2.500 USD geahndet. Ab wann von einer Beleidigung der Majestät gesprochen werden kann, hängt dabei von der Gesetzesauslegung des jeweiligen Richters ab. Reisende sollten sich daher nur zurückhaltend über die Königsfamilie äußern.
Ausländer, die sich an gegen die Regierung gerichteten Demonstrationen teilnehmen, müssen damit rechnen, dass sie festgenommen und, im besten Fall, abgeschoben werden.
Landeswährung ist der Kambodschanische Riel (KHR). Zahlungen werden überwiegend in bar in den Währungen USD und KHR abgewickelt. 100-USD-Banknoten älterer Serien, die nicht über das in der Mitte des Scheins vertikal eingewobene blaue Band (Sicherheitsfaden) verfügen, werden praktisch nicht mehr akzeptiert. Vereinzelt werden auch im Land erhaltene ältere 5- und 10-USD-Banknoten, die vor 2000 gedruckt worden sind, nicht als Zahlungsmittel angenommen. Wechselgeld wird sowohl in USD als auch in KHR ausgegeben. Das Wechselgeld sollte genau überprüft werden. Beschädigte USD-Noten (Risse, Knicke, farbliche Kennzeichnungen etc.) sollten als Wechselgeld abgelehnt werden, da beschädigte USD-Scheine in Kambodscha grundsätzlich nicht akzeptiert werden.
Kreditkarten werden in aller Regel nur in den größeren Hotels und Restaurants angenommen. Die Anzahl der Geldautomaten nimmt ständig zu.
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.
Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Eine Chemoprophylaxe und eine spezifische Therapie existieren nicht. Eine Impfung ist verfügbar, siehe Denguefieber.
Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.
Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Weitere Informationen siehe Chikungunya-Fieber.
Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Malaria.
In Kambodscha besteht ganzjährig ein Malariarisiko, verstärkt während der Regenzeiten.
Der Anteil an Malaria tropica (P. falciparum) und Mischinfektionen beträgt 2 %, 95% sind Malaria tertiana-Fälle (P. vivax), 3% entfallen auf andere, darunter P. knowlesi. Eine Karte der Risikogebiete stellt die zur Verfügung. Resistenz gegen Mefloquin und Artemisinin wird berichtet. Ein mittleres Malariarisiko besteht in Teilgebieten im Osten und im Südwesten des Landes (Provinz Pursat) Ein geringes Risiko besteht im Rest des Landes (Ausnahmen s. o.) Siem Reap; Angkor-Wat-Tempelanlage Phnom Penh gilt als malariafrei.
Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.
Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera (s.u.) jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:
Entlang des Mekong und seiner Seitenarme besteht bei Süßwasserkontakt ein Infektionsrisiko mit dem Pärchenegel Schistosoma, der das chronische Krankheitsbild der Bilharziose, eine Entzündung von Harnblase oder Darm, hervorrufen kann.
Die Bilharziose wird beim Baden, Waten oder anderen Freizeitaktivitäten im oder am Süßwasser durch das Eindringen der Wurmlarven durch die intakte Haut übertragen, siehe Schistosomiasis.
Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden. Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und auch Affen, siehe Tollwut.
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren, siehe Japanische Enzephalitis.
Seit kurzem wurden Erkrankungen beim Menschen mit einem bisher nur bei Vögeln aufgetretenen Influenzavirus H7N9 und H5N1 in Kambodscha bekannt. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bisher nicht nachgewiesen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Wie bisher haben die Empfehlungen für Länder mit Vorkommen von Vogelgrippe-Einzelerkrankungen beim Menschen ihre Gültigkeit, siehe Aviäre Influenza.
Die Klassische Geflügelpest (hochpathogene Form der Aviären Influenza, Vogelgrippe) ist in der Volksrepublik China endemisch und gelangt über den regen Personen- und Warenverkehr gelegentlich auch nach Hongkong. Wie auch in anderen Ländern Asiens sind in den letzten Jahren nur selten vereinzelte Erkrankungen beim Menschen mit engem Kontakt zu Geflügel aufgetreten.
Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte, die Darmtuberkulose durch den Genuss von roher Milch und von Milchprodukten infizierter Rinder. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Kambodscha.
In den letzten Jahren wurden gehäuft Erkrankungen an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit registriert (v.a. bei Kindern); eine Erkrankung die in regelmäßigen Abständen in Kambodscha auftritt. Als Ursache konnte von der das Enterovirus EV71 identifiziert werden.
Anfängliche Symptome der HFMK können Benommenheit, Schwindel, Fieber, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Übelkeit und Bindehautentzündungen sein, gefolgt von typischen Hautveränderungen in der Mundregion, den Händen und gegebenenfalls Füßen. Bei Erwachsenen und älteren Kindern verläuft die Krankheit häufig unbemerkt. Prinzipiell ist die Hand-Fuß-Mundkrankheit eine harmlose Erkrankung, die keine medikamentöse Behandlung erfordert, da sie in der Regel rasch und selbstständig abheilt.
Quallen kommen insbesondere in den Sommermonaten an der Küste vor. Ihre Nesselzellen können bei Menschen starke Schmerzen verursachen, die normalerweise nach wenigen Stunden abklingen. Bei geschwächten Menschen oder Allergikern kann es jedoch zu einem allergischen Schock kommen.
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch.
Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Kambodscha bewusst sein. Für mit Gerinnungshemmern behandelte Menschen besteht bei Verletzungen ein hohes Risiko, da Gegenmittel zum Stoppen von Blutungen nicht zur Verfügung stehen.
Bitte beachten Sie neben dem generellen auch den medizinischen Haftungsausschluss
Letzte Änderungen:
Reiseinfos – Rechtliche Besonderheiten
Einreise und Zoll - Visum
Redaktionelle Änderungen
Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen".
- Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste.
- Beachten Sie die Hinweise im Ratgeber für Notfallvorsorge und des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
- Bitte beachten Sie die Hinweise unter COVID-19.
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz.
- Erkundigen Sie sich vorab bei den Behörden/Botschaften Ihres Reiselandes zu den aktuell geltenden, verbindlichen Einreisebestimmungen sowie bei Ihrem Reiseveranstalter/Ihrer Flug-/Schifffahrts-/Eisenbahngesellschaft nach den geltenden Beförderungsbestimmungen.
- Verfolgen Sie bei Ihrer Reiseplanung/während Ihrer Reise Nachrichten und Wetterberichte.
- Beachten Sie unseren Haftungsausschluss und den Hinweis zu Inhalten anderweitiger Anbieter.
Vor Reisen in das Grenzgebiet (20 km zum Grenzverlauf) zu Thailand wird gewarnt.
In mehreren der an Thailand angrenzenden Provinzen kam es seit Juli 2025 zu militärischen Auseinandersetzungen mit Toten und Verletzten. Ende Dezember 2025 wurde ein Waffenstillstand vereinbart.
Die Sicherheitslage in der Grenzregion bleibt jedoch angespannt und unübersichtlich. Es kann jederzeit zu einer erneuten Eskalation oder Lageänderung kommen. Sämtliche Grenzübergänge zwischen Thailand und Kambodscha sind weiterhin geschlossen.
In der unmittelbaren Grenzregion und teilweise bis weit in das Land hinein können unter anderem nicht geräumte Kampfmittel eine zusätzliche Gefahr darstellen, siehe auch Sicherheit – Innenpolitische Lage. Betroffen sind insbesondere die Provinzen Banteay Meanchey und Oddar Meanchey. Bei von Sicherheitskräften als verdächtig wahrgenommenem Verhalten (wie z.B. Fotografieren) kann es zu Überreaktionen kommen.
Vor Reisen in das Grenzgebiet (20 km zum Grenzverlauf) zu Thailand wird gewarnt.
Siehe Aktuelles
Gelegentlich kommt es zu kleineren Demonstrationen in Kambodscha.
In einigen Landesteilen außerhalb der Ballungszentren, insbesondere in Grenznähe zu Thailand und Vietnam, besteht weiterhin Minengefahr. Die Haupttouristengebiete sind von Minen geräumt.
In den touristischen Zentren, insbesondere in Phnom Penh, Sihanoukville und Kampot, kommt es vereinzelt zu Überfällen auf Ausländer. In Phnom Penh sind hiervon vor allem die Touristen- und Wohnviertel für Ausländer betroffen, u.a. die Gegend um das Flussufer des Tonle Sap („Riverside") und Boeng Keng Kang 1 (BKK1).
In Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville wird zudem immer wieder von Diebstählen in Gasthäusern und Hotels berichtet.
Vereinzelt wurden Ausländerinnen Opfer sexueller Übergriffe, vor allem bei einsamen nächtlichen Strandspaziergängen in Sihanoukville.
Taschen oder Mobiltelefone werden von vorbeifahrenden Motorradfahrern gelegentlich weggerissen oder abgeschnitten (bag snatching). Dies kann sowohl Fußgänger, als auch Fahrgäste auf Motorradtaxis und Tuktuks betreffen, auch auf dem Weg vom und zum Flughafen. Verletzungen der Opfer werden in Kauf genommen.
In Phnom Penh werden vermehrt ausländische Reisende unter verschiedenen Vorwänden angesprochen, z.B. mit Hinweisen auf eine Begegnung am Flughafen oder auf nahe Verwandte, die demnächst in Europa studieren oder arbeiten werden, und in Privathäuser eingeladen, um sie in fingierte Karten- bzw. Glücksspiele zu verwickeln und letztlich unter Drohungen zur Zahlung angeblicher Spielschulden zu veranlassen.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass Speisen oder Getränke mit Drogen versetzt werden.
Vor allem in Phnom Penh und Siem Reap sind verschiedene Formen von Trickbetrügereien verbreitet.
Vermieter von Motorrädern und –rollern fordern bisweilen für angebliche Beschädigungen des gemieteten Fahrzeugs Schadensersatz. Um die Ausreise von Reisenden zu verhindern wird hierbei versucht, den Pass einzubehalten und die Einwanderungsbehörden zu informieren.
Scam-Compounds: Betrugssyndikate in Südostasien locken Menschen aus der ganzen Welt an. Oftmals werden dabei lukrative Jobs im IT-Sektor versprochen. Nach Ankunft wird Betroffenen der Pass abgenommen, immer wieder aber auch werden sie entführt, eingesperrt und mit Folter, (teilweise sexueller) Gewalt und Todesdrohungen zu Sklavenarbeit gezwungen.
Auch Online-Beziehungs- und Freundschaftsbetrügereien kommen vor. Betroffene wurden dazu genötigt, Gegenstände mit versteckten Drogen aus Kambodscha mitzunehmen, oder sie wurden dazu aufgefordert, größere Geldsummen zu transferieren, um bei angeblichen Problemen zu helfen. Es kommt gelegentlich zu Kreditkarten- und Geldautomatenbetrug. Dazu gehört auch die Verwendung von Skimming-Maschinen zur Speicherung von Kartendaten.
Es herrscht feuchtheißes Monsunklima.
In der Regenzeit von Mai bis November können monsunartige Regenfälle weitreichende Überschwemmungen und Erdrutsche insbesondere entlang des Mekong und in gebirgigen Regionen verursachen. Auch in Phnom Penh kommt es zu örtlich begrenzten Überflutungen von Straßen.
Siehe Aktuelles
Busse, Eisenbahn, Boote und auch kambodschanische Fluggesellschaften verfügen – von Ausnahmen abgesehen - nicht über die in Deutschland üblichen Sicherheitsstandards.
Nebenstraßen sind oftmals in schlechtem Zustand. Von Fahrten mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad wird aus Gründen der Verkehrssicherheit abgeraten. Es besteht die Pflicht zum Tragen eines Helms. Fahrer von Motorradtaxis (sog. Motodups) verfügen in der Regel nicht über Helme für ihre Fahrgäste.
Internet und Mobilfunknetz decken nicht alle Landesteile flächendeckend ab, insbesondere abgelegene Gegenden und kleinere Inseln haben zum großen Teil keinen Internetempfang.
Für deutsche Kurzzeittouristen (Visum der Kategorie T) in Kambodscha ist gemäß der Auskunft der zuständigen kambodschanischen Behörden der internationale Führerschein, der auf Grundlage des Genfer Abkommens über den Straßenverkehr von 1949 ausgestellt wird, ausreichend. Internationale Führerscheine, die gemäß Pariser Abkommen über Kraftfahrzeugverkehr von 1926 oder dem Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr von 1968 ausgestellt werden, werden nicht akzeptiert. Nur die im deutschen Führerschein erlaubten Fahrzeugklassen dürfen in Kambodscha gefahren werden. Die kambodschanischen Verkehrsregeln sind zu beachten.
Bei einer längeren Aufenthaltsdauer muss ein kambodschanischer Führerschein beantragt werden.
Das Land ist für den Tourismus offen; insbesondere der Kulturtourismus ist willkommen. Traditionen und buddhistische Werte sind lebendig, worauf bei Reisen Rücksicht genommen werden sollte.
Homosexuelle Handlungen sind weder verboten noch strafbar. In der kambodschanischen Gesellschaft, vor allem in der Hauptstadt Phnom Penh und unter der jungen Bevölkerung, ist eine zunehmende, wenn auch verdeckte Akzeptanz festzustellen.
Erwerb, Besitz, Verteilung sowie Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art werden in Kambodscha strafrechtlich verfolgt und streng bestraft. Auch die Mitnahme bzw. der Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann schwerwiegende strafrechtliche Folgen haben.
Die Nutzung von Drohnen ist in Phnom Penh, Angkor Wat und anderen historischen Tempelanlagen verboten. Für einige Gebiete kann eine Genehmigung erworben werden.
Das Verbot der Nutzung von Drohnen gilt besonders in der Umgebung administrativer oder militärischer Gebäude sowie in Flughafennähe. Verstöße wurden in den letzten Jahren mit einer hohen Geldbuße sowie ggf. mehrjährigen Haftstrafen unter dem Vorwurf der Spionage geahndet.
Die Entwendung von Kulturgütern, dazu gehören auch beschädigte Teile von Tempeln und Statuen, ist streng verboten und wird mit drastischen Geld- oder Haftstrafen belegt.
Der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen wird in Kambodscha hart bestraft und in Deutschland zusätzlich strafrechtlich verfolgt, auch wenn die Tat in Kambodscha begangen wurde. Geschlechtsverkehr mit Personen unter 18 Jahren, auch mit deren Einverständnis, ist strafbar. Gewissheit über das Alter des Partners oder der Partnerin ist selbst dann schwer zu erlangen, wenn man sich einen Ausweis zeigen lässt, da diese häufig gefälscht sind.
Oft kann nicht mit einem Verfahren gerechnet werden, das einem rechtsstaatlichen Standard genügt (sehr lange Untersuchungshaft, teure und unzureichende anwaltliche Verteidigung, harte Haftbedingungen mit schwersten Gefahren und Schäden für die Gesundheit).
Kambodscha ist eine konstitutionelle Monarchie. Das Königshaus genießt besonderen Respekt. Abfällige oder kritische Bemerkungen – auch in den sozialen Medien – können als Majestätsbeleidigung aufgefasst werden. Dies steht seit 2018 unter Strafe. Verstöße werden mit einer ein- bis fünfjährigen Haftstrafe und Geldbußen zwischen 500 und 2.500 USD geahndet. Ab wann von einer Beleidigung der Majestät gesprochen werden kann, hängt dabei von der Gesetzesauslegung des jeweiligen Richters ab. Reisende sollten sich daher nur zurückhaltend über die Königsfamilie äußern.
Ausländer, die sich an gegen die Regierung gerichteten Demonstrationen teilnehmen, müssen damit rechnen, dass sie festgenommen und, im besten Fall, abgeschoben werden.
Landeswährung ist der Kambodschanische Riel (KHR). Zahlungen werden überwiegend in bar in den Währungen USD und KHR abgewickelt. 100-USD-Banknoten älterer Serien, die nicht über das in der Mitte des Scheins vertikal eingewobene blaue Band (Sicherheitsfaden) verfügen, werden praktisch nicht mehr akzeptiert. Vereinzelt werden auch im Land erhaltene ältere 5- und 10-USD-Banknoten, die vor 2000 gedruckt worden sind, nicht als Zahlungsmittel angenommen. Wechselgeld wird sowohl in USD als auch in KHR ausgegeben. Das Wechselgeld sollte genau überprüft werden. Beschädigte USD-Noten (Risse, Knicke, farbliche Kennzeichnungen etc.) sollten als Wechselgeld abgelehnt werden, da beschädigte USD-Scheine in Kambodscha grundsätzlich nicht akzeptiert werden.
Kreditkarten werden in aller Regel nur in den größeren Hotels und Restaurants angenommen. Die Anzahl der Geldautomaten nimmt ständig zu.
Einreise- und Zollbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Bitte erkundigen Sie sich daher vorab zusätzlich bei einer kambodschanischen Auslandsvertretung. Nur dort erhalten Sie rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen Ihres Reiselandes. Der deutsche Zoll informiert über die aktuell geltenden Zollbestimmungen bei Einreise nach Deutschland.
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:
Anmerkungen:
Reisedokumente müssen zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.
Nach Auskunft der Immigrationsbehörde besteht für Besucher von Siem Reap (Tempelanlage Angkor Wat) eine Übernachtungspflicht von mindestens einer Nacht in Kambodscha. Ein Tagesausflug nach Siem Reap (Angkor Wat) aus einem Drittland, z.B. Thailand, ist daher nicht möglich.
Ausländer sollen sich über die FPCS-App (Foreign Presence in Cambodia System) registrieren. Diese Registrierung ist grundsätzlich für alle Aufenthalte, auch für touristische Zwecke, vorgesehen. Ohne FPCS-Registrierung ist eine Verlängerung des kambodschanischen Visums nicht möglich.
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Kambodscha ein Visum. Zudem ist seit 2024 ein elektronisches Einreiseverfahren für Kambodscha in Kraft. Reisende müssen sich (frühestens sieben Tage vor der geplanten Einreise) über die Webseite/App „Cambodia e-arrival" registrieren.
Die Beantragung eines Visums vor Einreise erfolgt bei einer kambodschanischen Auslandsvertretung, z.B. der kambodschanischen Botschaft in Berlin.
Bei der auf einem vor der Einreise eingeholten Visum angegebenen Gültigkeitsdauer von drei Monaten handelt es sich um die Nutzungsfrist. Die Einreise muss innerhalb dieses Zeitraums erfolgen, die Dauer des zulässigen Aufenthalts beträgt zumeist 1 Monat ab dem Tag der Einreise. Sie wird vom Grenzbeamten bei Einreise festgelegt und ergibt sich aus dem Aufkleber, der im Reisepass angebracht wird.
Das Visum der Kategorie T (Tourismus) sowie der Kategorie E (Geschäftsreise) kann online als E-Visum beantragt werden. Es ist jedoch lediglich an einer begrenzten Anzahl von Grenzübergängen nutzbar. Der Antrag sollte mindestens zwei Wochen vor dem geplanten Reiseantritt gestellt werden, die Zahlung der Visumsgebühr ist mit Debit- oder Kreditkarte möglich.
Die Einholung eines Visums bei Einreise (on arrival) ist für Visa der Kategorie T (Tourismus) und E (Geschäftsreise) gegen eine Gebühr an allen internationalen Grenzübergängen möglich. Das Visum wird grundsätzlich nur für eine einmalige Ein- bzw. Ausreise ausgestellt.
Vor Ablauf der Gültigkeit kann ein Visum der Kategorien T und E bei der Einwanderungsbehörde des Innenministeriums auf dem Russian Federation Blvd. (gegenüber vom alten Flughafen Phnom Penh) verlängert werden. Visa der Kategorie T können einmalig um einen weiteren Monat verlängert (bei einmaliger Ein- und Ausreise). Visa der Kategorie E können um bis zu 12 Monate verlängert werden, wobei nach der Verlängerung eine mehrfache Ein- und Ausreise möglich ist. Bei Beantragung einer Verlängerung ist der Aufenthaltszweck anzugeben und zu belegen. Die Umschreibung eines Visums der Kategorie E in ein Visum der Kategorien B oder C (Daueraufenthalt) ist vor Ort nicht bzw. nur in Ausnahmefällen möglich.
Bei Überziehung des zulässigen Aufenthalts wird eine „Overstay-Gebühr" in Höhe von 10 USD pro Tag fällig, zusätzlich muss bei der Einwanderungsbehörde ein kostenpflichtiges Exit-Visum beantragt werden, welches maximal für sieben Tage ausgestellt wird.
Sollte der deutsche Pass mit dem kambodschanischen Visum verloren gehen oder gestohlen werden, muss neben dem deutschen Reisedokument auch ein kambodschanisches Exit-Visum beantragt werden. Das kambodschanische Exit-Visum ist maximal sieben Tage gültig, auch wenn das ursprüngliche Visum länger gültig gewesen wäre.
Anstelle der früher im Flugzeug auszufüllenden Einreisekarten ist spätestens bei der Einreise am Flughafen eine digitale Erklärung über Einreise und Aufenthalt abzugeben. Die Einreise kann bereits bis zu sieben Tage vor Ankunft über die Cambodia e-Arrival App angemeldet werden.
Bei Einreise über die Flughäfen wird ein Aufkleber im Pass angebracht, aus dem sich die Gültigkeit des erlaubten Aufenthalts ergibt.
Zur Arbeitsaufnahme in Kambodscha bedarf es in aller Regel einer Arbeitserlaubnis. Unterschieden wird zwischen einer befristeten und einer unbefristeten Arbeitserlaubnis. Diese ist beim kambodschanischen Arbeitsministerium zu beantragen.
Teilnehmer des Programms „weltwärts" sowie generell Beschäftigte bei Nichtregierungsorganisationen müssen vor der Einreise ein Visum der Kategorien B oder C beantragen. Die Ausstellung eines B- oder C-Visums ist nicht bei Einreise am Grenzübergang oder elektronisch möglich. Das Visum erlaubt eine einmalige Ein- und Ausreise und ist für drei Monate gültig. Eine Verlängerung um bis zu 12 Monate kann beim kambodschanischen Außenministerium beantragt werden.
Alleinreisende Minderjährige müssen eine offizielle Zustimmungserklärung des oder der Sorgeberechtigten mit sich führen.
Die Ein- und Ausfuhr von Devisen ab 10.000 USD muss deklariert werden.
Einfuhr- und Ausfuhrbeschränkungen für Alkohol und Zigaretten für den persönlichen Bedarf gibt es nicht. In der Praxis werden in der Regel jedoch maximal 1,5 l Alkohol bzw. zehn Päckchen Zigaretten bei Einreise zugelassen. Für die temporäre Einfuhr von Pkws und Motorrädern auf dem Landweg ist vor Antritt der Reise eine schriftliche Genehmigung beim General Department of Customs and Excise Phnom Penh einzuholen.
Haustiere können grundsätzlich eingeführt werden, wenn die Basisimpfungen (Tollwut) vorhanden sind und das Gesundheitszeugnis eines Veterinärs vorgelegt wird. Sollte beabsichtigt sein, andere Haustiere als Katzen oder Hunde mitzubringen, ist es ratsam, vorher die zuständige kambodschanische Vertretung kontaktieren, um zu erfahren, ob der beabsichtigte Transport möglich ist.
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.
Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Eine Chemoprophylaxe und eine spezifische Therapie existieren nicht. Eine Impfung ist verfügbar, siehe Denguefieber.
Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.
Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Weitere Informationen siehe Chikungunya-Fieber.
Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Malaria.
In Kambodscha besteht ganzjährig ein Malariarisiko, verstärkt während der Regenzeiten.
Der Anteil an Malaria tropica (P. falciparum) und Mischinfektionen beträgt 2 %, 95% sind Malaria tertiana-Fälle (P. vivax), 3% entfallen auf andere, darunter P. knowlesi. Eine Karte der Risikogebiete stellt die DTG zur Verfügung. Resistenz gegen Mefloquin und Artemisinin wird berichtet. Ein mittleres Malariarisiko besteht in Teilgebieten im Osten und im Südwesten des Landes (Provinz Pursat) Ein geringes Risiko besteht im Rest des Landes (Ausnahmen s. o.) inkl. Siem Reap; Angkor-Wat-Tempelanlage Phnom Penh gilt als malariafrei.
Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.
Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera (s.u.) jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:
Entlang des Mekong und seiner Seitenarme besteht bei Süßwasserkontakt ein Infektionsrisiko mit dem Pärchenegel Schistosoma, der das chronische Krankheitsbild der Bilharziose, eine Entzündung von Harnblase oder Darm, hervorrufen kann.
Die Bilharziose wird beim Baden, Waten oder anderen Freizeitaktivitäten im oder am Süßwasser durch das Eindringen der Wurmlarven durch die intakte Haut übertragen, siehe Schistosomiasis.
Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden. Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und auch Affen, siehe Tollwut.
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren, siehe Japanische Enzephalitis.
Seit kurzem wurden Erkrankungen beim Menschen mit einem bisher nur bei Vögeln aufgetretenen Influenzavirus H7N9 und H5N1 in Kambodscha bekannt. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bisher nicht nachgewiesen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Wie bisher haben die Empfehlungen für Länder mit Vorkommen von Vogelgrippe-Einzelerkrankungen beim Menschen ihre Gültigkeit, siehe Aviäre Influenza.
Die Klassische Geflügelpest (hochpathogene Form der Aviären Influenza, Vogelgrippe) ist in der Volksrepublik China endemisch und gelangt über den regen Personen- und Warenverkehr gelegentlich auch nach Hongkong. Wie auch in anderen Ländern Asiens sind in den letzten Jahren nur selten vereinzelte Erkrankungen beim Menschen mit engem Kontakt zu Geflügel aufgetreten.
Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte, die Darmtuberkulose durch den Genuss von roher Milch und von Milchprodukten infizierter Rinder. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Kambodscha.
In den letzten Jahren wurden gehäuft Erkrankungen an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit registriert (v .a. bei Kindern); eine Erkrankung die in regelmäßigen Abständen in Kambodscha auftritt. Als Ursache konnte von der WHO u.a. das Enterovirus EV71 identifiziert werden.
Anfängliche Symptome der HFMK können Benommenheit, Schwindel, Fieber, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Übelkeit und Bindehautentzündungen sein, gefolgt von typischen Hautveränderungen in der Mundregion, den Händen und gegebenenfalls Füßen. Bei Erwachsenen und älteren Kindern verläuft die Krankheit häufig unbemerkt. Prinzipiell ist die Hand-Fuß-Mundkrankheit eine harmlose Erkrankung, die keine medikamentöse Behandlung erfordert, da sie in der Regel rasch und selbstständig abheilt.
Quallen kommen insbesondere in den Sommermonaten an der Küste vor. Ihre Nesselzellen können bei Menschen starke Schmerzen verursachen, die normalerweise nach wenigen Stunden abklingen. Bei geschwächten Menschen oder Allergikern kann es jedoch zu einem allergischen Schock kommen.
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch.
Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Kambodscha bewusst sein. Für mit Gerinnungshemmern behandelte Menschen besteht bei Verletzungen ein hohes Risiko, da Gegenmittel zum Stoppen von Blutungen nicht zur Verfügung stehen.
Bitte beachten Sie neben dem generellen auch den medizinischen Haftungsausschluss
Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.
Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und hygienisch problematisch. Vielfach fehlen auch europäisch ausgebildete, Englisch oder Französisch sprechende Ärzte.
Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen.
Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.
| Titel | Besondere Vorsichtsmaßnahmen | Gesundheitszeugnis erforderlich |
|---|---|---|
| Japanische Enzephalitis | 4 | - |
| Dengue-Fieber | 1 | - |
| Hepatitis A und B | 3 | - |
| Gelbfieber | 2 | - |
| Malaria | 5 | - |
[1] Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz. Bei längerem Aufenthalt oder besonderer Exposition empfiehlt sich eine Impfung gegen Dengue-Fieber.
[2] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Transitpassagiere, die in Kambodscha den Flughafen nicht verlassen.
[3] Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.
[4] Ein Ansteckungsrisiko für Japanische Enzephalitis besteht vor allem in ländlichen Gebieten von Mai bis Oktober. Eine Schutzimpfung ist bei längeren Aufenthalten in ländlichen Risikogebieten und bei erhöhtem individuellen Risiko z.B. bei Trekking-Touren empfohlen. Auch bei längerem Aufenthalt sind Schutzimpfungen gegen Japanische Enzephalitis zu erwägen.
[5] Malariaschutz ist ganzjährig landesweit nötig. Ein hohes Risiko besteht in den meisten Landesteilen, extrem hoch jedoch im Norden und Westen (Grenzgebiet zu Thailand (Hier auch Multiresistenzen). Mittleres Risiko in einem breiten Gürtel durch die Mitte des Landes von Südosten nach Nordwesten entlang des Mekong bis nördlich des Tonle Sap. Geringes Risiko um Phnom Penh sowie unmittelbar um den Tonle Sap bis Angkor Wat und Siem Reap, Phnom Penh ist malariafrei. Die vorherrschende gefährlichere Form Plasmodium falciparum (90 %) soll hochgradig gegen Chloroquin, Sulfadoxin/Pyrimethamin und Mefloquin (westliche Provinzen) resistent sein. Empfehlung: Mückenschutz, im Westen (Grenze zu Thailand) bei mehr als 7 Tagen Aufenthalt Vorbeugung durch Medikamente, sonst Notfallmedikation.
[6] Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
[7] Eine Impfung gegen Thypus wird empfohlen.
[8] Tuberkulose kommt vor. Eine Impfung gegen Tuberkulose sollte bei besonderer Exposition erwogen werden.
Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.
Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen (Mekong) vor, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.
Die durch Mücken übertragene Viruserkrankung Chikungunya (CHIC) kommt vor. Wirksamen Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel. Eine Impfung gegen Chikungunya ist verfügbar, eine Impfempfehlung der STIKO besteht jedoch noch nicht.
HIV/Aids ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.
| Titel | Pass erforderlich | Visum erforderlich | Rückflugticket erforderlich |
|---|---|---|---|
| Österreich | Ja | Ja | Ja |
| Schweiz | Ja | Ja | Ja |
| Deutschland | Ja | Ja | Ja |
| Türkei | Ja | Ja | Ja |
| Andere EU-Länder | Ja | Ja | Ja |
Ein Reisepass ist für die Einreise nach Kambodscha erforderlich, er muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.
Hinweis: Die Anforderungen einzelner Fluggesellschaften an die von ihren Passagieren mitzuführenden Dokumente weichen zum Teil von den staatlichen Regelungen ab. Deutsche Reisende benötigen für die Einreise nach Deutschland einen mindestens gültigen Reisepass / Personalausweis. Bei Transit über Drittländer wird grundsätzlich ein Reisepass mit einer Gültigkeit von mindestens 6 Monaten empfohlen.
Pass- und Visabestimmungen können sich ändern, und Fluggesellschaften können unterschiedliche Anforderungen stellen. Die Angaben sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung korrekt. Reisende sollten sich vor der Abreise bei der zuständigen Botschaft informieren, besonders bei einem Transit über ein Drittland. Für Unannehmlichkeiten oder Verluste, die durch Änderungen dieser Bestimmungen entstehen, übernehmen wir keine Haftung.
Ein Visum für Kambodscha ist erforderlich u.a. für Staatsbürger der in der obigen Tabelle genannten Länder.
U.a. die Staatsbürger der in der obigen Tabelle genannten Länder können entweder mindestens zwei Wochen vor der Reise nach Kambodscha bei einer zuständigen kambodschanischen Vertretung ein Visum beantragen.
Staatsangehörige aller Länder können online ein e-Touristenvisum oder ein e-Geschäftsvisum beantragen, mit dem man nur bei bestimmten Flughäfen einreisen kann. Die maximale Aufenthaltsdauer beträgt 30 Tage. Auf der Webseite des kambodschanischen Außenministeriums können Touristen-Visa für Reisen nach Kambodscha als e-visa online beantragt werden. Auf dieser Webseite werden alle Flughäfen und Grenzübergänge gelistet, die mit einem e-Visum genutzt werden können.
Visum bei der Ankunft
Bei der Ankunft kann ein Touristenvisum oder ein Geschäftsvisum beantragt werden. Das Visum bei der Ankunft kann bei den internationalen Flughäfen Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville beantragt werden. Es wird dennoch dringend empfohlen, ein Visum vor der Reise zu beantragen.
Deutsche: Elektronischer Reisepass für Personen unter 24 Jahren oder noch gültiger maschinenlesbarer Kinderreisepass (dieser wird seit dem 1.1.2024 nicht mehr ausgestellt; bereits vorhandene Kinderreisepässe können bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit entsprechend der Einreisebestimmungen der einzelnen Länder genutzt werden).
Österreicher: Eigener Reisepass.
Schweizer: Eigener Reisepass.
Türken: Eigener Reisepass.
Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Achtung: Alleinreisende Minderjährige benötigen eine offizielle Reiseerlaubnis ihrer nicht mitreisenden Erziehungsberechtigten.
Ca. 5 Tage. Bei Bearbeitung über ein Reisebüro wird bereits 4-6 Wochen im Voraus angefragt. In dringenden Fällen ist eine Expressausstellung bei der Botschaft gegen eine zusätzliche Gebühr möglich.
E-Visum: 3 Arbeitstage.
Das E-Visum, das Touristen- und das Geschäftsvisum sind 3 Monate für einen Aufenthalt (einmalige Einreise) von bis zu 30 Tagen gültig. Das Touristenvisum kann um weitere 30 Tage verlängert werden.
Verlängerung beim Einwanderungsbüro des Innenministeriums in Phnom Penh, No. 5 Oknha Men Street, Tel: 12 58 15 58). Touristenvisa können einmalig für 1 Monat verlängert werden. Geschäftsvisa können um 3 Monate, maximal um 1 Jahr verlängert werden.
Touristen-, Geschäfts-, Arbeits- (Typ E) und Transitvisum.
Das E-Visum berechtigt zu einer einmaligen Einreise.
E-Visum
E-Touristenvisum: 24 US$ Visumgebühr + 6 US$ Bearbeitungsgebühr (einmalige Einreise, 3 Monate Gültigkeit, 30 Tage Aufenthalt, verlängerbar) (zahlbar mit Visa-, Mastercard-Kreditkarte oder mit Unionpay, Alipay und mit WeChat).
Deutschland
Touristenvisum: 40 € (einmalige Einreise, max. 30 Tage Aufenthalt).
Geschäftsvisum: 45 €.
Österreich
(Visagebühren der zuständigen Botschaft in Brüssel)
Touristenvisum: 40 €.
Geschäftsvisum: 45 €.
Expressaustellung bei Zahlung einer zusätzlichen Gebühr von 15 € möglich.
Schweiz
Touristenvisum (bis 1 Monat, einmalige Einreise): 40 CHF.
Geschäftsvisum (1 Monat gültig, ein- oder mehrmalige Einreise): 45 CHF.
Geschäftsvisum (3 Monate gültig für Aufenthalte von jeweils bis zu 1 Monat, ein- oder mehrmalige Einreise): 135 CHF.
Geschäftsvisum (6 Monate gültig für Aufenthalte von jeweils bis zu 1 Monat, ein- oder mehrmalige Einreise): 270 CHF.
Transitvisum (3 Monate gültig für Aufenthalte von bis zu 5 Tagen): 25 CHF.
Unterlagen für eine Visumbeantragung bei der Botschaft
(a) 1 Antragsformular (herunterladbar auf den Internetseiten der Botschaften).
(b) 1 biometrisches Passfoto.
(c) Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist und mindestens eine freie Seite enthält.
(d) Gebühr (Überweisungsbeleg).
(e) Frankierter Einschreiben-Rückumschlag.
(f) Reisekrankenversicherung auf Englisch mit COVID-Schutz (Mindestdeckung: 50.000 US$)
Geschäftsvisum:
(a) - (f)
(f) Einladung
(g) Reiseversicherung mit einer Deckung von mindestens 50.000 US$.
Unterlagen für ein e-Visum
(a) Digitalisiertes Passfoto (Formate .jpeg oder .png)
(b) Reisepass, der bei der Einreise noch mehr als sechs Monate gültig ist.
(c) Angaben zur Reise.
(d) Kreditkarte für die Zahlung der Gebühr (Visa oder Mastercard).
1 Riel = 100 Sen. Währungskürzel: CR, KHR (ISO-Code). Banknoten sind im Wert von 100.000, 50.000, 20.000, 10.000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 (selten), 100 und 50 (selten) CR im Umlauf.
Anmerkung: Der Riel ist Zahlungsmittel im lokalen Handel, dagegen wird im Tourismus hauptsächlich der US-Dollar benutzt. Im Grenzgebiet zu Thailand wird auch der Thai Baht als gängiges Zahlungsmittel genutzt. Bezahlungen in bar werden in Kambodscha immer seltener akzeptiert. In immer mehr Geschäften kann nur noch kontaktlos mittels Scannen eines QR-Codes bezahlt werden.
Die Ein- und Ausfuhr von Landes- und Fremdwährungen ist unbeschränkt, Deklarationspflicht ab einem Betrag im Gegenwert von 10.000 US$. (Ausfuhr nur bis in Höhe der deklarierten Beträge.)
Die Akzeptanz von internationalen Kreditkarten verbreitet sich in Kambodscha zusehends, in größeren Hotels und Touristenrestaurants bzw. -geschäften ist sie in der Regel gegeben. Am ehesten werden Visa und Mastercard akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
I. Allg. Mo-Fr 08.00-16.00 Uhr, Sa 08.00-11.00 Uhr.
Folgende Artikel können zollfrei nach Kambodscha eingeführt werden:
200 Zigaretten, 50 Zigarren oder 250 g Tabak (ab 18 J.);
2 l alkoholische Getränke (ab 18 J.);
350 ml Parfüm oder Eau de Toilette.
Persönliche Gegenstände für den persönlichen Bedarf, die keinem Einfuhrverbot unterliegen.
Hinweis: Ankommende Passagiere am Siem Reap Flughafen finden die Zollerklärung für Kambodscha in die e-Arrival Card integriert.
Waffen.
Copyright und Haftungsausschluss